Neuer Glaubenskurs Herbst 2017

 

 

Der Gemeindebrief Sommer - Herbst 2017

 

Emmaus goes Nashville, Music City, USA

Eine Partnerschaftsreise voller Begegnungen - "Together We Can"

Lange haben wir darauf gewartet und dann war er endlich da, der Tag, an dem wir Nashville, Tennessee, in den USA erreichen und die Freunde und Mitglieder unserer amerikanischen Partnergemeinde Christ Lutheran Church wieder treffen!
Begleitet von vielen guten Wünschen und einem liebevollen Reisesegen vieler Gemeindeglieder der Emmausgemeinde im Pfingstgottesdienst, reisten wir einen Tag nach Pfingsten los und kamen nach langen Eincheckprozeduren und ca. 11 Stunden Flug nach Atlanta, und dann nochmal etwa vierstündiger Autofahrt nachts um 2 Uhr in Savannah, Georgia, an der Ostküste der USA, unserem ersten Reiseziel, an. Eine gut 24-stündige Reise brachte uns, die 11 Mitglieder der Kissinger Delegation der Emmausgemeinde und die weiteren 10 Personen aus den Gemeinden Mering, Hochzoll-Süd und Königsbrunn, zu unseren ersten Gastfamilien!
An der Spitze der Delegation dieser offiziellen Partnerschaftsreise des Kirchenkreises Augsburg-Schwaben unter dem Motto „Together We Can“ stand Regionalbischof Michael Grabow.


  

Nach drei wunderbaren Tagen, die uns u.a. nach „Jerusalem“ führten, der ersten Niederlassung der aus religiösen Gründen im 18. Jahrhundert vertriebenen  lutherischen Minderheit, den so genannten „Salzburgern“, gab es Museumsluft zu schnuppern, tolle christliche Kirchen zu besichtigen, viele interessante Gespräche und auch ein paar Stunden am Strand von Tybee Island zu erleben.
Von Savannah aus ging es dann spätnachmittags auf eine nochmals fast ganztägige Autofahrt nach Norden Richtung Nashville. In der Nähe von Atlanta ...

wurden wir mitten in der Nacht von Pastorin Morgan Gordy höchstpersönlich mit einem 14-sitzigen Kleinbus der Gemeinde abgeholt.
Die Wiedersehens- bzw. Kennenlernfreude war groß, der Bus dagegen viel zu klein für die vielen Leute und unsere Massen an Gepäck. Aber schließlich, oh Wunder, war alles verstaut und auch alle mehr oder weniger mit einem Sitzplatz versorgt. Auf halber Strecke kam uns dann in der Nähe von Chattanooga Bischof Julian Gordy entgegen, der mit seinem Auto Entlastung für den überfüllten Kleinbus brachte.
So fuhren wir 5 Stunden weiter Richtung Norden nach Nashville, Tennessee. Und da standen wir dann todmüde mitten in der Nacht auf dem Parkplatz der Kirchengemeinde und wurden erwartet von Kirchenvorsteher Jim McKenna, der uns mit einem kühlen Bier, gebraut „nach deutscher Rezeptur“, aus dem Kofferraum seines Autos heraus serviert, begrüßte.
Von dort aus wurden wir zu unseren Gastfamilien gebracht und fielen hundemüde ins Bett. Schlaf war allerdings nicht gerade das, was unsere Tage in Nashville auszeichnen sollte, sondern ein intensives Programm mit vielen Begegnungen in der Gemeinde, viel Musik und vor allem so vielen netten Menschen, die uns mit so viel Herz und Offenheit begegnet sind!
Wir haben wunderbare Gottesdienste in der sehr schönen Christ Lutheran Church gefeiert. Pfarrer Steffen Schubert durfte predigen, auf englisch natürlich, und wir
teilten zu viert mit Pastor Morgan Gordy und der tansanischen Pastorin Esther das Abendmahl aus.
Auch das war eine spannende Erfahrung: Abendmahl mit Brot, Wein und Traubensaft in einer Art „Wandelkommunion“: Die Leute versammeln sich rund um
den Altar, knien nieder, - und die Pfarrer laufen etliche Male im Kreis herum! Und zuvor beim „Friedensgruß“ verließen alle Gottesdienstbesucher ihre Plätze, gingen minutenlang in der Kirche umher und wünschten sich gegenseitig so lange „Peace be with you!“, bis wirklich jeder jeden und jede gegrüßt hatte.
Was prägte unsere Tage in Nashville? Viel gutes Essen: Pecan Pie, Fried Chicken, ... aber vor allem das gemeinsame Frühstück vor dem Gottesdienst, der Potluck nach dem Gottesdienst (das ist ein Mittagessen, bei dem jeder etwas mitbringt für das bunte Buffet, - das wird dort, wie das gemeinsame Frühstück, jeden Sonntag so gemacht!), oder der kishuahelische Dinner, den unsere neuen Freunde aus Tansania und dem Kongo in der Gemeinde ausrichteten.
Und dann gab es natürlich ganz viel Musik: Z.B. am Samstagnachmittag den „Jazz Jam“ in der Gemeinde: Dort trafen sich wie jede Woche Profimusiker
(z.B. Duffy Jackson, der Drummer von Count Basie und Lionel Hampton, oder Pianist Ted Wilson, Producer aus Nashville, der schon mit den ganz Großen gespielt hat), um mehr oder weniger spontan miteinander zu musizieren und eine perfekte Atmosphäre zur Begegnung mit neuen und alten Freunden zu liefern.
Oder der Abend in der Grand Ole Opry, der ältesten US-Radioshow, die inzwischen ein riesiges„Opernhaus“ der Countrymusik in Nashville mit über 4400 Sitzplätzen unterhält. Unser Freund Jim McKenna hatte seine Beziehungen zu diversen Bandmitgliedern in seinem Freundeskreis spielen lassen und für 25 Personen VIP-Karten besorgt und uns so mit einem unvergesslichen Musikabend beschenkt. Und wir haben „live on stage“ und aus nächster Nähe den Country-Superstar Vince Gill
sowie die Band „Little Big Town“ erleben können. Musik vom Allerfeinsten!

Oder der Abend im „3rd and Lindsley“, einer Musikkneipe, in der die Band „Time Jumpers“ so genannten „Western Swing“ spielte (natürlich nicht „Restroom Swing“, ... manchmal kamen wir mit unseren Englischkünsten schon an unsere Grenzen!). Wir erlebten hier einen wunderbaren Abend mit Bischof Julian Gordy, Jim und Vivien McKenna, mit Ehepaar Alan und Anita Broquist und vielen anderen!
Unvergessen ist auch der Abend im Privathaus von Jim und Vivien McKenna mit Barbecue und Buffet auf der Terrasse und dem Wohnzimmerkonzert mehrerer Nashviller Profimusiker zusammen mit unseren Kissinger Musikbegeisterten. Fast schon obligatorisch war der Besuch eines großen Musikstudios, in dem schon etliche bekannte Aufnahmen großer Künstler entstanden sind (auch Taylor Swift und Keith Urban waren schon hier!).
Viel Freude machte auch der Besuch in einem der berühmtesten Gitarrenläden der Welt, bei „Gruhn Guitars“. Mit dabei waren beide Bischöfe, Michael Grabow und auch Julian Gordy, der ebenfalls mit Neugier und viel Sachverstand einige der edlen Martin-Gitarren ausprobierte. Natürlich kamen auch unsere Gitarrenfans Andi Heim und Steffen Schubert voll auf ihre Kosten.
Zu sehr später Stunde durften die Erwachsenen sich noch mit Christy und Todd auf dem Broadway ins Nashviller Nachtleben stürzen, dem sogenannten „Honkytonk“. Sehr eindrücklich und nur ein kleiner Geschmack eines musikalischen Nachtlebens, das unsere Münder offen stehen ließ und in unseren Landen seinesgleichen sucht!
Überschattet wurden unsere Tage in Nashville von der Nachricht, dass es unserer lieben Christiane Bänfer immer schlechter ging und sie unmittelbar danach auch verstarb! Diese Nachricht erschütterte uns tief und warf uns in tiefe Trauer. Wir feierten mit den amerikanischen Freunden eine spontane Andacht in der Kinderkirche der „First Lutheran Church“ in Nashville für sie und ihre Familie. Wir sangen Christianes Lieblingslied „Immer und überall“ und beteten miteinander englisch und deutsch. Es ist unglaublich, wie nahe die Trauer um einen lieben Menschen und die Freude an neu gewonnenen Freundschaften beieinander liegen können! Auch
wenn wir gut 9.000 Kilometer weit von Zuhause weg waren, so waren wir doch in Gedanken die ganze Zeit ganz nahe an der Seite der Familie Bänfer.
Als dann der Abschied kam, feierten wir einen sehr bewegenden Abschiedsgottesdienst mit vielen Tränen, guten Gedanken und Wünschen und einem wunderschönen Geschenk für unsere Kirche in Kissing. Wer sehen möchte, was das ist, braucht bloß mal hinten in der Emmauskirche über dem Taufbecken schauen! Jetzt weht „der pfingstliche Geist“ aus Nashville auch bei uns in Kissing!
Dieses kleine Windspiel schafft akustisch, gedanklich und emotional eine wunderbare Nähe zur Christ Lutheran Church und wird ab sofort zu Beginn jedes unserer Gottesdienste zu hören sein, um die geistliche Verbundenheit mit unseren amerikanischen Freunden zum Ausdruck zu bringen!
Es gäbe noch so viel zu berichten. Aber das Wichtigste sind die vielen netten Menschen, die zu unseren Freunden werden durften, die uns mit einer überwältigenden Gastfreundschaft empfangen haben und uns an ihrem Leben und ihrem Glauben Anteil geschenkt haben.
Wir freuen uns auf einen baldigen Gegenbesuch im übernächsten, vielleicht ja sogar schon im nächsten Sommer! Wir sind sicher, dass auch wir in Kissing unseren amerikanischen Freunden viel zu zeigen haben und auch wir gute Gastgeber sein werden.