Neuer Glaubenskurs Herbst 2017

 

 

Der Gemeindebrief Sommer - Herbst 2017

 

GoSpecial zum Thema "Sterbehilfe"

 

Sag beim Abschied leise Servus! - GoSpecial über Sterbehilfe

„Nicht durch die Hand eines anderen sterben, sondern an der Hand eines anderen!" so die prägnante These des GoSpecials zum Thema „Sterbehilfe" in der Emmauskirche. Mit dabei als Special-Guest und Interviewpartner war der Arzt Dr. Rainer Wilhelm aus Kissing.

 

 

Das GoSpecial-Team hatte sich ein besonders heikles, ja schwieriges Thema vorgenommen: „Sterbehilfe"! - Selten zuvor wurde in den Vorbereitungstreffen des Teams so intensiv und auch kontrovers diskutiert: Darf man Sterbehilfe leisten? Und darf man als Christ Sterbehilfe leisten? Gingen hier die Meinungen schon sehr auseinander, wie viel mehr dann in den GoSpecial-Gottesdiensten, die zweimal nacheinander in der voll besetzten Emmauskirche gefeiert wurde.

Aber wie ist das denn nun? Die Menschenrechte sichern ein Recht auf Leben. Und sie regeln auch sehr genau, wie dieses Grundrecht aussieht. Gibt es also auch ein Recht auf den Tod? Kann und darf ein Mensch entscheiden, dass er seinem Dasein ein Ende setzen möchte? Und wann kommt der Moment, in dem man ein schnelles Ende einem langen Leiden vorziehen sollte?

In einem äußerst nachdenklichen Theaterstück, geschrieben von Graham Heath, unterhielten sich in einer Art fiktiven „Himmelsszene" vier bereits verstorbene Menschen - Lebensmüde und Lebenshungrige - über die Art ihres Sterbens. Sehr deutlich war dabei die Not zu spüren, die Betroffene und Angehörige bei einer Entscheidung für eine zu leistende Sterbehilfe erlebten: „Ich hätte ja so gerne noch gelebt!" Auch musikalisch ging dieser GoSpecial besonders unter die Haut: „Tears In Heaven" von Eric Clapton, „Amoi seg‘n ma uns wieder" von Andreas Gabalier, „Wish You Were Here" von Pink Floyd waren neben vielen christlichen Songs die absoluten Highlights. Die beiden Sänger der Band, Désirée Vötter und Achim Merten interpretierten diese Songs sehr gefühlvoll und erzeugten dabei Gänsehautatmosphäre.

In seiner Ansprache legte Pfarrer Steffen Schubert ausführlich die Argumente der Sterbehilfe-Befürworter dar...

Den Pro-Argumenten stellte er daraufhin ebenso viele Contra-Argumente gegenüber. Wie sollte man sich nun verhalten? Jeder und jede - so stellte Schubert heraus - habe das Recht, sich völlig frei zu entscheiden! Und dennoch könne man sich dabei von folgenden Gedanken leiten lassen: Gott ist, egal was immer auch geschieht, immer ein Freund des Lebens! Er gibt dem Menschen in seinem Leben uneingeschränkte Selbstverantwortung. Darum gibt es auch eine Art Menschenrecht auf Schuldig-Werden, weil wir immer wieder Fehler machen werden. Über allem stehe aber vor allem die Gewissheit, dass unser Leben gehalten sei von einem gnädigen, mitleidenden Gott.

Im Kreuzverhör, dem GoSpecial-Interview, stand auch der Arzt Dr. Rainer Wilhelm aus Kissing Rede und Antwort. Er erzählte sehr eindrucksvoll aus seiner Praxis als Mediziner. Gelegentlich würde er auch in Gesprächen von Patienten und Angehörigen auf das Thema „Sterbehilfe" angesprochen. Weil dies aber immer ein einmaliger und unumkehrbarer Schritt sei, könne er als Christ - und auch im Hinblick auf die in Deutschland geltenden gesetzlichen Bestimmungen - hier keinesfalls Sterbehilfe leisten.

Dieser GoSpecial fragte intensiv und einfühlsam nach den Kriterien für einen würdigen Tod - und für ein würdiges Leben. Nach dem letzten Song der Band nach gut 90 Minuten Gottesdienst wollte keiner der Besucher aufstehen und nach Hause gehen. Lang anhaltender Applaus und Zugaben der Band folgten. „Das war der intensivste und beste GoSpecial, den ihr je gemacht habt!" sagte eine Besucherin am Schluss beim Büffet im Gemeindezentrum.